„Ihr Engagement ist Vorbild für die hessischen Gymnasien“

Als Vorbild für die hessischen Gymnasien hat Ulrich Striegel vom Hessischen Kultusministerium das Engagement der Limburger Marienschule für eine „gesundheitsfördernde Schule“ bezeichnet. Im Rahmen der feierlichen Verleihung des Zertifikats lobte der für Sport und Gesundheit zuständige Referatsleiter das breite und langjährige Wirken der Privatschule. Die Marienschule sei hessenweit erst das zweite Gymnasium, das die Auszeichnung erhalte – insgesamt sind 39 Schulen vom Kultusministerium als gesundheitsfördernd anerkannt.

Für eine festliche Einleitung der Veranstaltung sorgte die Bläserklasse 6a unter der Leitung von Christoph Pabst mit zwei vorgetragenen Stücken.
Zur Begrüßung ergriff der kommissarische Schulleiter Dirk Fredl das Wort unter dem Motto Kneipps „Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“ Die Marienschule stelle sich täglich der Herausforderung, Schule und Gesundheit miteinander zu vereinbaren – dabei nehme ein ganzheitlicher Gesundheitsaspekt schon immer einen hohen Stellenwert ein. Er setzte sich kritisch mit Forschungsergebnisse auseinander, wonach 51 % der deutschen Schülerinnen und Schüler an psychosomatischen Erkrankung wie Kopf- und Magenschmerzen oder Schlafstörungen litten. Dies sei ein Signal, auch weiter an dem Projekt „Gesunde Schule“ zu arbeiten, damit diese Zahl an der Marienschule nicht zur Realität werde, so der kommissarische Schulleiter. Dafür sei es wichtig, gemeinsam mit dem Kultusministerium, Schulträger, Schulamt und der gesamten Schulgemeinde an einem Strang zu ziehen, um weitere gesundheitsfördernde Aktionen zu starten und an den Bestehenden festzuhalten.
Anschließend präsentierte die schuleigene Theater-AG unter Leitung von Cara Basquitt, eine Szene aus dem selbstgeschriebenen Stück „Helden“. Die „verführende“ Aufführung zeigte eine zeitreisende Schülerin, die auf ihrem Weg dem bekannten Odysseus, der sich der Schönheit der Sirenen stellen muss, begegnet.
Die Bausteine der Zertifizierung und die zahlreichen Projekte, die für diese Auszeichnung relevant waren, nannte Oberstudienrätin Christel Müller-Rentz in ihrer Rede. Bereits seit 2007 erhielt die Marienschule vier Teilzertifikate in den Bereichen „Sucht- und Gewaltprävention“, „Bewegung“, „Ernährung“ und „Lehrergesundheit“. Diese verdiente sich die Limburger Privatschule unter anderem durch Orientierungstage, vielfältige Sportangebote oder das große Engagement bezüglich des gesunden Mensaessens. Aber auch neue Aktionen wie die Mini-WM, Vorträge zur Mediensicherheit und die bevorstehende Umgestaltung zu einem bewegungsfreundlicheren Pausenhof zeigten den hohen Stellenwert von Gesundheit und Bewegung an der Marienschule.
Durch das weitere Programm führte die Abiturientin Lisa Laux, die den nachfolgenden Sketch zum Thema „gesundes Frühstück“ der Jungenklasse unter der Leitung von Biologielehrerin Martina Pascoe ankündigte. Die engagierten Schüler veranschaulichten durch selbstgebastelte Plakate und Körpereinsatz die Ernährungspyramide, nachdem der kommissarische Schulleiter in einem Interview zu seiner Ernährung die Rolle eines Negativbeispiels übernommen hatte.

Den Höhepunkt der Veranstaltung stellte die Übergabe des Gesamtzertifikats „Gesundheitsfördernde Schule“ durch Ulrich Striegel dar. Er lobte die Marienschule für ihr tolles Schulklima, die gute Schulverpflegung und die sportlichen Erfolge, welche insgesamt dazu führten, dass die Marienschule erst das zweite Gymnasium in Hessen sei, das eine solche Auszeichnung erhält. Neben dem Zertifikat überreichte der Referatsleiter Sportgeräte für die „bewegte Pause“ sowie einen Scheck über 500 Euro für weitere Projekte im Bereich Schule und Gesundheit, damit die gute Präventionsarbeit auch weiterhin fortgesetzt werden könne.

Einen wichtigen Baustein dieser Arbeit bildet auch der seit 17 Jahren bestehenden Sanitätsdienst der Marienschule unter der Leitung von Detlef Kraut. Dieser zeigte eine Erste-Hilfe-Sofortmaßnahme, wodurch die Notwendigkeit eines solchen Dienstes in der Schule zum Ausdruck gebracht wurde. Außerdem wurden neun neue Schulsanitäterinnen von Andreas von Erdmann, dem Dezernenten für Schule und Bildung im Bistum Limburg, ernannt. Das einzigartige, selbstgeschriebene Buch „Sanitätsdienst macht Schule“ des Sanitätsdienstes der Marienschule, das von Schulsanitätern für Schulsanitäter geschrieben wurde, überreichte Detlef Kraut dem Ministeriumsvertreter als Präsent. Schulamtsdirektor Volker Imschweiler und der amtierende Leiter des Staatlichen Schulamtes, Wolfgang Breidenbach, übergaben im Gegenzug Bälle für die bewegte Pause an die anwesenden Schulsprecherinnen.

Abschließend musste sich der Gesandte des Kultusministeriums den kritischen Fragen von Lisa Laux stellen. In seinen Antworten betonte er die notwendige Mischung aus Schule und Freizeit, die durch Ganztagsangebote, welche aber nicht verpflichtend sein dürften, entstehe. „Engagement für die Gesundheit lohnt sich immer“, legte Ulrich Striegel den Schülern und Lehrkräften ans Herz und sorgte mit seinem Dank für die Einladung an einer so „warmherzigen Schule“ für einen gelungenen Abschluss der Diskussion.

Die von den Schülerinnen Mona Hagel und Carolin Nowak geleitete Tanz-AG bestätigte das zuvor häufig erwähnte Engagement der Schulgemeinde. Die hervorragende Tanzdarbietung rundete die Veranstaltung gekonnt ab.